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TK fordert "Masterplan Pflegeberufe": Rückkehrer ansprechen!

09.11.2017 10:02 Uhr  

Themen: Gesundheitspolitik   Pflege  

Die aktuellen Sondierungsgespräche einer möglichen Jamaika-Koalition widmen sich an diesem Donnerstag unter anderem dem Thema Pflege, das im Wahlkampf vor allem über den Mangel an Fachkräften auf der politischen Agenda präsent war. Um den Pflegenotstand abzuwenden, fordert die Techniker Krankenkasse (TK) einen "Masterplan Pflegeberufe". Zudem sollen Smart-Home-Lösungen im Leistungskatalog der Pflegeversicherung berücksichtigt werden. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu entlasten und Pflegebedürftigen möglichst lange ein selbstständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. 

"Masterplan Pflegeberufe" muss Pflege-Rückkehrer ansprechen 

Schon heute fehlen sowohl in Krankenhäusern als auch in Heimen und Pflegediensten ausgebildete Pflegekräfte. Ziel eines Masterplans muss aus Sicht der TK unter anderem sein, diejenigen Fachkräfte im Job zu halten, die der Pflege den Rücken kehren: Die durchschnittliche Verweildauer im Beruf beträgt bei examinierten Krankenpflegern 13,7 Jahre - in der Altenpflege sind es sogar nur 8,4 Jahre.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Damit die professionelle Pflege - sowohl im Krankenhaus als auch in Heimen - attraktiver wird, müssen diese Berufe echte Perspektiven bieten, nicht nur für Einsteiger, sondern vor allem für die bereits ausgebildeten Fachkräfte. Eine bessere Vergütung hilft, ist aber kein Allheilmittel. Ein Masterplan muss zielgerichtet diejenigen ansprechen, die der Pflege den Rücken kehren und ihre Rückkehr 'ans Bett' attraktiv machen."

Mit dem Ziel, Pflegeberufe attraktiver zu machen, sollte ein Masterplan Pflegeberufe fünf Handlungsfelder umfassen:

  • Eine höhere Vergütung, insbesondere in der Altenpflege, die aufgrund der Knappheit am Arbeitsmarkt mittelfristig ohnehin zu erwarten ist,
  • eine größere Lohnspreizung, die die Anreize zur Weiterbildung erhöht und die Qualität der pflegerischen Versorgung stärkt,
  • attraktive Rückkehrangebote nach einer beruflichen Auszeit oder Beschäftigungen jenseits der Pflege,
  • eine altersgerechte Arbeitsorganisation, mit der sich ältere Pflegekräfte im Beruf halten lassen und
  • neue Karrierepfade und Aufgabenfelder, die die berufliche Laufbahn am Bett und im unmittelbaren Umfeld interessanter machen.

In den Masterplan müssen neben Bund, Ländern und Kommunen auch öffentliche und private Kostenträger sowie die Leistungserbringer und -träger eingebunden werden, außerdem die Tarifpartner.

Entlastung der pflegenden Angehörigen: digitale Helfer in die Pflegeversicherung 

Auch bei der "informellen" Pflege zu Hause gibt es laut TK Optimierungsbedarf. Viele Menschen wollen im Alter möglichst lange zu Hause leben. Über 70 Prozent werden zu Hause gepflegt. Das macht die "informell" Pflegenden zum größten Pflegedienst des Landes. "Die Pflegeversicherung muss die Möglichkeit bekommen, pflegende Angehörige über digitale Angebote zu entlasten. Smart-Home-Lösungen können dazu beitragen, indem sie Selbstständigkeit fördern und Angehörigen die Betreuung erleichtern. Pflegebedürftige sollten selbst entscheiden können, wie sie ihr Wohnumfeld mit Unterstützung der Pflegekasse anpassen", so Ballast.


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