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Symbiose zwischen Haus- und Facharzt in Gefahr

14.09.2017 13:18 Uhr  

Themen: Gesundheitspolitik   Ärzte   Gesundheitswirtschaft  

Die Symbiose zwischen Haus- und Fachärzten vor Ort ist für den Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) existentiell. Die Aufkündigung dieser Kooperation wird beide Lager schwächen und zur Verlagerung der Versorgung ans Krankenhaus führen, so warnt BVNF-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt/Opf., vor verbalen Überreaktionen und rhetorischer Kraftmeierei ohne echte Konsequenzen. „Die Entbudgetierung und damit Stärkung der haus- wie gleichermaßen der fachärztlichen Grundversorgung war und ist unsere zentrale Forderung in Berlin und Bayern“, konstatiert Wolfgang Bärtl. „Es freut uns, dass der SPIFA nach anfänglichem Zögern sich nun dieser Meinung anschließt. Es enttäuscht aber umso mehr, dass ausgerechnet Spitzenfunktionäre von Verbänden, die selbst Jahrzehnte unter den Auswirkungen der Budgetierung gelitten haben, sich jetzt dieser gemeinsamen und gegenseitig unschädlichen Forderung verweigern.“

„Wer jeweils dem anderen Versorgungsbereich, egal ob haus- oder fachärztlich bzw. umgekehrt, die Entbudgetierung seiner jeweiligen Grundleistungen verwehren möchte, handele „grob gegen die Interessen aller Niedergelassener“, ergänzt Ilka Enger aus dem Vorstandstrio des BVNF und ehemalige stellv. Vorsitzende der KVB. Nur mit einer angemessenen Vergütung der Grundversorgung werde die fruchtbare Symbiose zwischen Haus- und Fachärzten vor Ort auch künftig die optimale Versorgung der Patienten gerade in strukturschwachen Räumen sicherstellen können. Wo Hausärzte heute schon fehlen, werden eben viele Grundleistungen bzw. fachspezifische Basisversorgung von den Fachärzten übernommen und umgekehrt, warnt der BVNF-Sprecher deutlich.

Wenn die Vergütung dafür im fachärztlichen Bereich sich nicht drastisch verbessere, werde es bald neben den Hausärzten auch keine allgemeine fachärztliche Grundversorgung mehr geben. Dies wird auch Thema des 5. Bayerischen Fachärztetages am Freitag, den 15.9., in Nürnberg sein, zu dem sich bereits eine große Zahl interessierter Kommunalpolitiker angemeldet hat. Die Versorgung geht dann de facto an die ohnehin schon überlasteten Notaufnahmen der Krankenhäuser. Dort müssten „die wenigen, verbliebenen Rest-KV Ärzte dann Tag und Nacht Schichtdienst in den Portalpraxen schieben“. Die Kliniken würden sich auf dieses Szenario bereits vorbereiten und „die politische Engstirnigkeit und strategische Kurzsichtigkeit mancher Funktionäre leistet dieser feindlichen Übernahme massiv Vorschub“, umschreibt Bärtl das Negativszenario.

 


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