- 9.07.2010
- 14:32
vdek "begrüßt" EV gegen PKV
Die Wettbewerbszentrale hat gegen zwei Motive in einer Werbekampagne des Verbandes der privaten Krankenversicherungen e. V. eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Köln erwirkt. Mit den Slogans "Lieber versichert als verwaltet" und "Ein schuldenfreies Gesundheitswesen? Haben wir." stellt sich die PKV - in Abgrenzung zur GKV - als "Gesunde Versicherung" dar. Die Anzeigen enthalten nach vorläufiger Beurteilung des Gerichts diffamierende Äußerungen über die gesetzlichen Krankenkassen. Über die Eilentscheidung freut sich der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), Thomas Ballast. "Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich". Ein Blick auf die enormen Prämiensteigerungen der PKV-Versicherungen reicht aus, um festzustellen, dass die privaten Krankenversicherungen alles andere als gesund sind", so Ballast. Die Anzeigenkampagne sei "der Versuch, von den eigenen massiven Finanzierungsproblemen abzulenken und plumpes Kundenmarketing zu betreiben." Laut Ballast mussten die PKV-Neukunden in den Jahren 2009 und 2010 deutliche Prämienzuwächse (bei Männern über fünf Prozent, bei Frauen über vier Prozent) hinnehmen. Auch für Bestandskunden würden deutliche Erhöhungen von bis zu 7,4 Prozent erwartet. Die Versicherungsleistungen erreichten Ende 2009 eine Höhe von etwa 21,4 Milliarden Euro, was einem Plus von 6,0 Prozent entspricht. Diese Kostensteigerung gingen deutlich über die Entwicklung in der GKV hinaus.
Auch in puncto Verwaltungskosten könne es die PKV nicht mit der GKV aufnehmen. Die Verwaltungskosten lägen bei der GKV bei 5,15 Prozent. In 2008 waren das 118 Euro je Versicherten jährlich. Innerhalb der PKV würden mit 380 Euro je Vollversicherten deutlich mehr als dreimal so viel anfallen, kritisiert der vdek-Chef in seiner Pressemeldung.
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