- 10.06.2010
- 09:49
FVDZ drängt in Bayern an die KZVB-Spitze
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) will in Bayern erneut Verantwortung in der Kassenzahnärztlichen Vereinigung übernehmen. Dazu hat der Landesverband ein Drei-Punkte-Programm erarbeitet, mit dem die rund 8.000 Vertragszahnärzte der größten KZV der Bundesrepublik gewonnen werden sollen. Die Kernpunkte lauten:
1. Mehr Demokratie in der KZVB. Der FVDZ wird sich für eine neue Satzung stark machen, um insbesondere die Macht des 1. Vorsitzenden zugunsten des Vorstandes und der Vertreterversammlung zu reduzieren.
2. Abschaffung der Praxispauschale von 30 Euro monatlich. Der FVDZ wird die Pauschalgebühr von 30 Euro pro Monat abschaffen, um vor allem die kleinen und mittleren Praxen finanziell zu entlasten.
3. Rückführung der Kontrollmechanismen, z. B. bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung. In den vergangenen 6 Jahren sind viele Kolleginnen und Kollegen in die Mühlen der Prüfgremien geraten. Sie wurden mit Regressen überzogen – weit mehr als notwendig. Der FVDZ wird die Überprüfung zurückbauen und nur die vorgeschriebenen Kontrollen durchführen.
Übergeordnete Ziele sind demnach die Wiederbelebung der Selbstverwaltung durch mehr Demokratie und Abschaffung der Hauptamtlichkeit; die Aufhebung des Zuzahlungsverbots und gleichzeitige Ausweitung der Mehrkostenregelung wie bei der Füllungstherapie und "das volle und gerechte Honorar für jede erbrachte Leistung" mit dem Ziel, Budgetierung und Rationierung abzuschaffen. Direkt umsetzen will der FVDZ die demokratische Wahl von Bezirksstellenvorsitzenden und Obleuten, das Nein zu Selektivverträgen, um etablierte Privatleistungen nicht durch die Kontrolle von KZVen und Krankenkassen zu gefährden, die Abwehr der Online-Überwachung der Praxen, die bessere Zusammenarbeit der Körperschaften und die gemeinsame Auswahl der Gutachter von KZVB und BLZK.
Gerade die Zusammenarbeit mit der bereits jetzt unter der Führung des FVDZ stehenden BLZK soll im Interesse einer geschlossenen Haltung gegenüber Politik und den Partnern im Gesundheitswesen den Zahnarztpraxen Wettbewerbsvorteile im Kampf um knappere Resourcen verschaffen.
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