- 20.07.2010
- 09:06
SWH-Krankenkassen: Keine Schonung der Arzthonorare
Die niedergelassenen Ärzte sollen vom Sparpaket nicht verschont bleiben.
Diese Ausnahme stößt nunmehr auf heftige Kritik der Krankenkassen in Schleswig-Holstein. Sie befürchten dadurch einen Ausgabenanstieg von mehr als einer Milliarde Euro. „Allein die Angleichung der Vergütungsunterschiede würde über 620 Millionen Euro mehr kosten,“ befürchtet Schleswig- Holsteins AOK-Chef Dr. Dieter Paffrath. „Diese Zusatzbelastung trifft dann die Regionen, in denen die Vergütung bisher unter dem Bundesdurchschnitt ist. Das ist das falsche Signal“. Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, warum der Gesetzgeber dort jetzt höhere Einheitspreise verordnen wolle.
Dietmar Katzer, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek) in Schleswig-Holstein, sieht durch eine solche Regelung die Symmetrie der geplanten Gesundheitsreform gefährdet. „Wer jetzt die Versicherten massiv belastet, darf den Ärzten kein zusätzliches Geld schenken“, so Katzer. „Damit wird die Akzeptanz der Eckpunkte weiter sinken“.
Nach ersten Berechnungen der Krankenkassen würden durch die geplante Angleichung der Gesamtvergütung in Schleswig-Holstein ca. 35 Millionen Euro Mehrausgaben anfallen. Das entspricht einer Steigerung der Gesamtvergütung um ca. 4,6 Prozent. Hinzu kämen die durch die Morbiditätsveränderungen bedingten Ausgabensteigerungen.
Beide Kassenvertreter fordern die Bundesregierung auf, „den Trend zu Einheitspreisen" endlich zu beenden und die zur Ausgabenbegrenzung im Gesundheitswesen notwendige Nullrunde im nächsten Jahr „ohne Ausnahmen“ umzusetzen.
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